Nicht mehr nur funktionieren: 7 Wege zurück zu dir
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du stehst morgens auf, erledigst, was erledigt werden muss, kümmerst dich um andere, arbeitest, organisierst und hältst irgendwie alles am Laufen.
Von außen sieht dein Leben für andere vielleicht sogar völlig normal aus.
Aber innerlich fragst du dich irgendwann: Und wo bin eigentlich ich geblieben?
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Ich habe lange funktioniert. Als Mama, als Selbstständige, in Beziehungen und in meinem Alltag. Ich war es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen mir alles gefallen zu lassen und irgendwie immer weiterzumachen.
Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich zwar mein Leben meistere, mich selbst darin aber komplett verloren habe.
Genau deshalb möchte ich heute darüber schreiben. Nicht, weil ich inzwischen für alles die perfekte Lösung gefunden habe, sondern weil ich selbst angefangen habe, etwas zu verändern.
Was bedeutet es, nur noch zu funktionieren?
Nur noch zu funktionieren bedeutet für mich nicht unbedingt, dass im Außen alles zusammenbricht.
Oft ist sogar das Gegenteil der Fall.
Du bekommst weiterhin alles hin. Du gehst arbeiten. Du kümmerst dich. Du erledigst Termine. Du bist für andere da. Vielleicht wirkst du auf andere sogar stark und belastbar.
Und trotzdem fühlt sich dein eigenes Leben irgendwann an, als würdest du nur noch deine Aufgaben abarbeiten.
Eigene Wünsche werden verschoben. Bedürfnisse kommen später. Träume landen irgendwo unter „irgendwann“.
Dieses Gefühl beschreiben auch aktuelle Beiträge zu dem Thema immer wieder ähnlich: Nach außen läuft der Alltag weiter, während der Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen und Wünschen immer kleiner wird. Bis man einfach nicht mehr so weiter machen möchte und kann.

1. Hör wieder hin, wenn etwas in dir sagt: So möchte ich nicht mehr leben
Bei mir begann Veränderung nicht mit einem perfekten Plan.
Sie begann mit einem ziemlich einfachen Gedanken:
Ich möchte so nicht mehr weitermachen.
Wir haben nur das eine Leben und ich wollte einfach nicht später auf dieses Leben zurückschauen und diesen Gedanken habe ich lange genug weggeschoben.
Vielleicht kennst du das auch. Du sagst dir, dass andere Menschen größere Probleme haben. Dass dein Leben doch eigentlich okay ist. Dass du dankbar sein solltest.
Aber du brauchst keinen dramatischen Grund, um etwas verändern zu dürfen.
Wenn du immer wieder spürst, dass dein Leben nicht mehr zu dir passt, darfst du dieses Gefühl ernst nehmen.
2. Frag dich wieder, was DU eigentlich möchtest
Wann hast du dich zuletzt gefragt, was du wirklich möchtest?
Nicht deine Kinder.
Nicht dein Partner.
Nicht deine Familie.
Nicht die Menschen, die irgendeine Vorstellung davon haben, wie dein Leben aussehen sollte.
Du.
Ich musste selbst erst wieder lernen, mir diese Frage überhaupt zu stellen.
Wie möchte ich leben?
Wie möchte ich arbeiten?
Welche Menschen möchte ich um mich haben?
Was gibt mir Ruhe?
Was macht mich glücklich?
Und was möchte ich in meinem Leben nicht mehr?
Du musst darauf nicht sofort eine perfekte Antwort haben.
Es reicht erstmal, wieder anzufangen, dich selbst zu fragen.
Ich möchte einfach mehr Freiheit nicht dieses stumpfe Leben jeden Tag das selbe. Dieses einfach wie im Hamsterrad zu funktionieren
3. Hör auf, deine eigenen Bedürfnisse immer nach hinten zu schieben
Gerade wenn du lange Verantwortung getragen hast, passiert das schnell.Erst müssen die anderen versorgt sein.
Erst muss die Arbeit erledigt werden.
Erst muss dieses Problem gelöst werden.
Dann kümmerst du dich um dich.
Nur kommt dieses „Dann“ erstaunlich selten.
Ich habe irgendwann verstanden, dass mich selbst wichtig zu nehmen nicht bedeutet, dass mir andere Menschen plötzlich egal sind.
Es bedeutet lediglich, dass ich auch in meinem eigenen Leben vorkommen darf.
Und das verändert erstaunlich viel.
4. Fang an, Grenzen zu setzen
Grenzen setzen klingt in der Theorie ziemlich einfach.
In der Realität kann es sich erstmal richtig unangenehm anfühlen.
Vor allem dann, wenn du daran gewöhnt bist, es anderen recht zu machen, Konflikte zu vermeiden oder Verantwortung zu übernehmen.
Ein Nein kann sich dann plötzlich egoistisch anfühlen.
Aber jedes Nein zu etwas, das dir dauerhaft nicht guttut, kann gleichzeitig ein Ja zu dir selbst sein.
Du musst dabei nicht von heute auf morgen dein komplettes Leben umkrempeln.
Vielleicht beginnt deine erste Grenze mit einem einzigen Satz:
Das möchte ich nicht mehr.
5. Erlaub dir, Dinge loszulassen
Nicht alles, was einmal zu deinem Leben gehört hat, muss für immer darin bleiben.
Das können Gewohnheiten sein , Erwartungen, Gegenstände, Arbeit oder Beziehungen.
Oder auch die Vorstellung davon, wer du einmal sein wolltest.
Ich selbst befinde mich gerade genau in diesem Prozess. Ich lasse vieles aus meinem bisherigen Leben zurück und baue für uns Schritt für Schritt etwas Neues auf. Aber ich muss auch sagen das es wirklich nicht immer einfach war und der Gedanke wieder das „alte “ leben zu leben kam natürlich schon.
Und ich merke dabei immer mehr:
Loslassen bedeutet nicht automatisch, dass etwas vorher falsch gewesen sein muss.
Manchmal bedeutet es einfach nur:
Es passt nicht mehr zu der Person, die ich heute bin.
6. Du musst nicht sofort wissen, wer du jetzt sein möchtest
Das war für mich eine wichtige Erkenntnis.
Wenn du lange nur funktioniert hast, kannst du nicht erwarten, dass du eines Morgens aufwachst und plötzlich auf jede Frage eine Antwort hast.
Vielleicht weißt du gerade nur, was du nicht mehr möchtest.
Das reicht für den Anfang.
Du darfst ausprobieren.
Du darfst deine Meinung ändern.
Du darfst einen Weg beginnen und später feststellen, dass ein anderer besser zu dir passt.
Dein Leben ist kein Vertrag, den du irgendwann unterschrieben hast und jetzt für immer erfüllen musst.
7. Fang mit einem kleinen Schritt an
Wenn du das Gefühl hast, dein ganzes Leben verändern zu wollen, kann genau dieser Gedanke unglaublich überfordernd werden.
Deshalb versuche nicht, heute alles zu lösen.
Frag dich lieber:
Was ist eine Sache, die ich heute für mich tun kann?
Vielleicht schreibst du auf, was du wirklich möchtest.
Vielleicht sagst du einmal Nein.
Vielleicht recherchierst du etwas, wovon du schon lange träumst.
Vielleicht räumst du etwas weg, das du eigentlich längst loslassen wolltest.
Vielleicht triffst du eine Entscheidung.
Ein kleiner Schritt sieht von außen vielleicht unspektakulär aus.
Aber manchmal beginnt genau damit ein komplett neues Kapitel.

Zurück zu dir bedeutet nicht zurück zu der Frau, die du einmal warst
Ich glaube inzwischen, dass „zurück zu dir“ nicht unbedingt bedeutet, wieder die Person zu werden, die du früher einmal warst.
Vielleicht geht es vielmehr darum, herauszufinden, wer du heute sein möchtest.
Mit allem, was du inzwischen erlebt hast.
Mit deinen Fehlern.
Mit deinen Erfahrungen.
Mit deinen Wünschen.
Und auch mit den Teilen von dir, die du vielleicht jahrelang hintenangestellt hast.
Ich selbst bin gerade mitten in diesem Prozess.
Ich verändere mein Leben, gehe beruflich neue Wege und möchte für uns ein freieres und unabhängigeres Leben aufbauen.
Ich weiß noch nicht, wie jeder einzelne Schritt aussehen wird.
Aber ich weiß inzwischen ziemlich genau, wie ich nicht mehr leben möchte.
Und manchmal ist genau das der Anfang.
Du darfst wieder in deinem eigenen Leben vorkommen
Wenn du gerade das Gefühl hast, nur noch zu funktionieren, musst du nicht morgen dein komplettes Leben verändern.
Aber vielleicht kannst du heute damit anfangen, dir selbst wieder zuzuhören.
Frag dich:
Was brauche ich gerade wirklich?
Nicht, was vernünftig wäre.
Nicht, was andere erwarten.
Sondern was du brauchst.
Und dann nimm diese Antwort ernst.
Du musst noch nicht wissen, wo dein Weg endet. Auch wenn Freunde , Familie es belächeln oder sagen sie erkennen dich nicht wieder oder sogar abstand nehmen . Ja auch das kann passieren denn das habe ich sehr oft gehabt denn ich passte nicht mehr ins Bild. Am Anfang war es hart und ich konnte es nicht verstehen , mittlerweile bin ich froh darum denn das sind keine Menschen die einen weiter bringen , eher das Gegenteil.
Du darfst einfach anfangen, wieder deine eigene Richtung zu gehen.
Vielleicht ist heute genau der richtige Moment, dich selbst wieder ein kleines bisschen wichtiger zu nehmen. Du musst nicht alles auf einmal verändern. Fang mit einem Schritt an, der sich nach dir anfühlt.